E-Bike Reichweite

Fragen & Antworten

Sie ist die am häufigsten gestellte Frage zu E-Bikes: Wie hoch ist die Reichweite? Hier geben wir Ihnen Antworten zu diesem wichtigen Kaufkriterium – und Tipps, wie Sie weiter kommen.

Die meisten guten Fragen haben eins gemeinsam: es gibt keine einfache Antwort. Ein simples „Ja“ oder „Nein“ wird der Sache nicht gerecht und es gibt stattdessen viele Faktoren zu beachten.

So verhält es sich auch bei der Frage nach der Reichweite von E-Bikes. Mit ein und demselben Pedelec kann eine Akku-Ladung mal für 80 Kilometer ausreichen, mal nur für 20 Kilometer. Wie kommt das? Wir erklären Ihnen, worauf es ankommt. Und wenn Sie ohne grosse Erklärungen die wichtigsten Tipps für mehr Reichweite mitnehmen möchten – die gibt’s gleich im ersten Gang …

E-Bike-Reichweite: Das lesen Sie hier


Mehr Reichweite

Kurz und knapp: 7 Tipps

  • Wählen Sie einen Fahrmodus mit möglichst geringer Motorunterstützung.
  • Vermeiden Sie häufiges Stop-and-Go durch vorausschauendes Fahren.
  • Schalten Sie rechtzeitig in kleinere Gänge und achten Sie auf eine ausreichend hohe Trittfrequenz.
  • Entfernen Sie jeden unnötigen Ballast vom Velo.
  • Ausladendes Zubehör oder flatternde Kleidung erhöhen den Luftwiderstand beim Fahren und kosten dadurch Energie.
  • Ein gut gepflegtes Pedelec mit Komponenten, die zu Ihrem Einsatzbereich passen, dankt es Ihnen mit höherer Reichweite.
  • Schützen Sie Ihren Akku vor Kälte (insbesondere unter 0 Grad). 

 

E-Bike-Reichweite

Die wichtigsten Randfaktoren

Bei der Frage nach der Reichweite denken die meisten zunächst ans E-Bike selbst. Nicht ganz zu Unrecht. Denn die Akku-Kapazität ist die wichtigste technische Determinante für die Reichweite, dazu gleich mehr. Doch alle Herstellerangaben sind rein rechnerisch ermittelte Durchschnittswerte, die in der Praxis stark variieren. Die für die tatsächliche Reichweite entscheidenden Faktoren beginnen beim Menschen:

Faktor Mensch

  • Unterstützungsgrad: Die wichtigste Variable im Betrieb ist der vom Fahrer gewählte Fahrmodus. Mit den Begriffen von Marktführer Bosch gesprochen: Wer die ganze Zeit im Eco-Modus fährt, kommt unter sonst gleichen Umständen mehr als doppelt so weit wie im Turbo-Modus.
  • Fitness: Je mehr Kraft der Fahrer beim Treten selbst aufbringen kann, desto weniger Unterstützung benötigt er vom Motor – und der Akku hält länger durch. Ausnahme sind nur bestimmte dynamische Fahrmodi wie „E-MTB“ bei Bosch-Antrieben. Hier gilt bis zu einem gewissen Punkt: je mehr Kraft vom Fahrer, desto mehr Kraft vom Motor.
  • Körpergewicht: Massenträgheit – kein besonders charmantes Wort in Bezug auf Menschen. Aber es benötigt nun mal mehr Energie, einen schweren Körper in Bewegung zu versetzen als einen leichten.
  • Schalten: Wer ständig in zu hohen Gängen fährt, der erhöht nicht nur seinen eigenen Tretwiderstand, der verlangt auch dem E-Antrieb unnötig viel Energie ab.
  • Trittfrequenz: Ob Sie im richtigen Gang fahren, zeigt die Trittfrequenz. Ideal sind 60 bis 80 Kurbelumdrehungen pro Minute. Der Akku dankt, die Gelenke ebenso.

Faktor Umwelt

  • Gelände: Ein Streckenprofil mit vielen Steigungen leert den Akku schneller als eine flache Strecke. Das gilt trotz der Energieeinsparungen beim Bergabfahren.
  • Stop and Go: Häufiges Anfahren beansprucht den Akku mehr als gleichmässiges Dahinrollen.
  • Lufttemperatur: Akkus sind kälteempfindlich. Bei kühlen Temperaturen sinkt ihre Leistungsfähigkeit, da sich der elektrische Widerstand erhöht.
  • Wind: Starker und dauerhafter Gegenwind mindert die Reichweite spürbar. Rückenwind bewirkt das erfreuliche Gegenteil.
  • Untergrund: Eine Fahrt auf tiefen Böden ist für den E-Antrieb kräftezehrender als eine Asphaltstrasse mit geringem Rollwiderstand.

Faktor Velo

  • Zuladung: Die schwere Packtasche freut sich wohl, wenn sie Tag für Tag spazieren gefahren wird. Aber jedes unnötige Kilo am Velo belastet, nein „ballastet“ auch die Reichweite.
  • Rollwiderstand frisst Reichweite. Kontrollieren Sie regelmässig den Luftdruck der Reifen und passen Sie ihn gegebenenfalls an. Auch das Profil hat Einfluss auf den Rollwiderstand: Wer ohnehin nur auf befestigten Wegen und Strassen fährt, benötigt keine trägen Stollen.
  • Wie geschmiert: Eine rostige Kette oder schwergängige Radnaben behindern den Kraftfluss im Velo. Ein gut gepflegtes E-Bike mit intakten Komponenten macht deshalb auch mehr Fahrfreude pro Akkuladung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bringt sein Velo zweimal im Jahr zur Wartung in die Werkstatt.

Faktor Technik

Die Akku-Kapazität

Wie wir gesehen haben, wird die Reichweite in der Praxis durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst, die mit dem E-Bike an sich gar nichts zu tun haben. Ein wichtiger Faktor bleibt aber natürlich auch das Pedelec selbst. Und hier insbesondere die Kapazität des Akkus. Dabei geht es um die Frage: Wie lange kann der Akku eine bestimmte Leistung bereitstellen?

 

Bei E-Bike-Akkus wird die Kapazität in der Regel in Wattstunden (kurz: Wh) angegeben. Bei Tour de Suisse verwenden wir ausschliesslich sehr leistungsstarke Akkus zwischen 500 und 625 Wattstunden. Was bedeutet aber dieser Wert? Angenommen, Sie fahren mit einer konstanten Motorleistung von 100 Watt. Ein Akku mit 500 Wattstunden kann Ihnen die dafür nötige Energie fünf Stunden lang zur Verfügung stellen – ein grösserer Akku entsprechend länger. Mehr Wattstunden bedeuten also unter sonst gleichen Umständen: mehr Reichweite.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum man dann nicht immer die leistungsstärksten Akkus in E-Bikes verbaut? Das ist zum einen eine Preisfrage. Zum zweiten sind ausdauerstarke Akkus grösser und schwerer als baugleiche Modelle mit geringerer Kapazität. Wer also die Möglichkeit hat, regelmäßig nachzuladen, für den kann ein Akku mit weniger Kapazität die bessere Wahl sein, denn er ist kleiner, leichter und etwas günstiger.

Bosch-Reichweiten-Assistent

So viele Faktoren – und noch immer sehnen Sie sich nach einer konkreten Kilometerzahl, um die Reichweite zu bemessen? Dazu hat Bosch den E-Bike-Reichweiten-Assistent entwickelt. In das Online-Tool gibt man verschiedene Faktoren zu Fahrer, E-Bike, Fahrweise und Umwelt ein. Das System ermittelt daraus auf 100 Meter genau die zu erwartende Reichweite. Probieren Sie es einfach aus

Anti-Aging für den Akku

Die richtige Pflege

An E-Bikes kommen heute fast auschliesslich Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Sie haben generell eine lange Lebensdauer, unter anderem, weil sie den von Nickel-Cadmium-Akkus gefürchteten Memory-Effekt nicht aufweisen. Die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus reicht heute bis an die 1.000 Ladezyklen heran. Allerdings nimmt die Reichweite einer Akku-Ladung mit zunehmendem Alter und entsprechendem Gebrauch des Akkus ab – wenn auch nur leicht: Selbst nach 500 Vollladungen verfügt ein Akku noch über mindestens 60 bis 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Eine gute Pflege kann diesen Prozess verlangsamen. Hier die wichtigsten Anti-Aging-Tipps für Ihren E-Bike-Akku:

  • Bewahren Sie den Akku in trockener Umgebung und geschützt vor direktem Sonnenlicht auf. Ideal ist eine Raumtemperatur zwischen 15 und 20 Grad.
  • Stellen Sie das E-Bike im Sommer nicht in die pralle Sonne, sondern in den Schatten oder in einen kühlen Raum.
  • Auch den Ladevorgang sollte man weder mit einem sehr kalten noch mit einem heissen Akku beginnen. Lassen Sie ihn zunächst auf Zimmertemperatur kommen. Laden Sie den Akku keinesfalls bei Temperaturen unter null Grad auf! Das wird mit ziemlicher Sicherheit eine Schädigung verursachen.
  • Halten Sie den Akku, so oft es geht, in einem Ladezustand zwischen 30 und 60 %, insbesondere bei längerer Lagerung. Das ist der schonendste Bereich.
  • Bitte lassen Sie den Akku nicht unnötig lange am Ladegerät hängen!
  • Starke Beanspruchung verkürzt die Lebensdauer. Geringe Beanspruchung verlängert sie.

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